UWO Press Archives:
Concert Reviews 1995-1997
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1) Ruhr Nachrichten 5/95
...Frauen zählen in der Jazzszene noch eher zur Ausnahme- besonders
eine reine Frauen BigBand, die noch dazu nur Titel ihrer beiden Leiterinnen
spielt. Seit 1992 gibt es nun so eine Band: das United Women's Orchestra.
Vor allem die zündenden Kompositionen von Hazel Leach heben sich mit
ihren funkigen Einflüssen von gängigen Bigbandschemata ab. Einen
Kontrast dazu bildeten die Titel von Christina Fuchs, derer Kompositionsstil
eher klangbildlich geprägt war und viel Raum für expressive Soli
ließ.
....Vrouwen in jazz zijn nog steeds eerder een uitzondering dan een
regel- vooral een vrouwen-bigband die ook nog uitsluitend originele muziek
van de twee leidsters speelt... Vooral de explosieve composities van Hazel
Leach met hun funky invloeden tillen zich boven de gewone bigband vormen
op...
..Women in jazz are still rather the exception than the rule- especially
an all-women bigband which plays original music written by its' two leaders.
In particular, the explosive compositions of Hazel Leach , with their funky
influences, set themselves apart from the traditional bigband patterns..
2) Höchster Kreisblatt
6/95
Das Gedränge im Neuen Theater war groß - nicht nur im Zuschauerraum,
sondern auch auf der Bühne, Wegen des drohenden Regens hatten die
Macher der Reihe "Jazz am Burggraven" die erste Veranstaltung dieser Saison
kurzerhand ins Neue Theater verlegt, und so mußte das achtzehnköpfige
"United Women's Orchestra" - als "Very Big Band" angekündigt - auf
derBühne zusammenrücken.
Weil das Konzert trotz der Verlegung mit nur zehn Minuten Verspätung
anfing, tröpfelten vielen Zuschauer nach. Die Sitzplätze reichten
nicht, aber viele Jazzfreunde nahmen auch einen Stehplatz in Kauf. Es lohnte
sich: Das "United Women's Orchestra", eine Frauen-Bigband mit Musikerinnen
aus Deutschland, den Niederlanden und der USA, zog das Publikum in ihren
Bann.
Neben traditionellem Bigband-Sound präsentierten die Damen freie
Satz- und Improvisationsformen mit charmante Akzente und atemberaubenden
Soli: Schlagzeugerin Anette Kayser begeisterte das Publikum mit ihrer Einlage
ebenso wie die Bläserinnen. Drei von ihnen stammen aus Frankfurt.
Viola Engelbrecht, Esther-Maria Stumm und Gabriele Rademacher verstärken
die Band, die im Spät-herbst 1993 im Frauenkulturhaus Frankfurt zusammenfand.
Eigene Wege geht das "United Women's Orchestra" mit den Kompositionen
der Bandleaderinnen Hazel Leach und Christina Fuchs. Komplizierte Tonsetzungen
werden mit Perfektion gemeistert, Rhythmen und Grooves erzählen Geschichten
und schaffen Atmosphäre- so der Titel "Tulip Wonder", eine Hommage
Hazel Leachs an ihre Wahlheimat in den Niederlanden. Die Musikerinnen genossen
ihr Konzert wohl nicht minder als das Publikum: nach den Zugaben schaute
manch einer auf seine Uhr und stellte erstaunt fest, daß zweieinhalb
faszinierende Stunden vergangen waren...
....Charmante accenten, captiverende solo's.. de United Women's Orchestra
ontdekt nieuwe wegen met de composities van de bandleiders Hazel Leach
en Christina Fuchs. De complexe arrangementen zijn perfekt beheerst, de
ritmes en grooves vertellen verhalen en creëren atmosfeer. De musici
genoten van hun concert net zo veel als het publiek: na de toegiften keken
velen op hun horloges en waren verbaasd te ontdekken dat twee-en-een-half
fascinerende uren voorbij gegaan waren..
..Charming accents, captivating solos... The United Women's Orchestra
discovers new paths within the compositions of the bandleaders Hazel Leach
and Christina Fuchs. The complex arrangements have been perfectly mastered,
the rhythms tell stories and create atmosphere. The musicians themselves
enjoyed the concert as much as the audience: after the encores many looked
at their watches and were amazed to discover that two-and-a-half fascinating
hours had passed..
3) Neue Westfälische
Zeitung 2/96
"Wenn ich Big-Band-Musik komponiere, will ich sie auch spielen", umreißt
Christina Fuchs kurz die Entstehungsgeschichte des United Women's Orchestra.
Knapp zwei Jahre dauerte es, bis sie die 16 Frauen zusammenhatte:
aus Dortmund, Frankfurt, Köln, Berlin, Hamburg, Aachen, Arnheim treffen
sie sich für ein paar Tage in Bielefeld.
Wohin mit 15 Musikerinnen (Pauline die Tubaistin aus Detroit fehlte)?
Die Bühne des Bunkers reichte längst nicht: da, wo sonst Stühle
stehen, ragten zwei Rhythmus-Kits in die gedrungenen Gewölbe, haben
sich Viola und Mauretta mit ihren Posaunen niedergelassen, zwischen ihnen
und den Percussions zupft, etwas eingeengt, Ise an ihrem Baß, im
Halbrund davor zehn Trompeten und Saxophone und hinten links muß
Caroline Klavier spielen.
Eine kleine Ausnahmesituation für die Organisatoren und Mitwirkenden.
Matthias an der Kasse registrierte geschätzte 80 Prozent Besucherinnen
und Ferdi setzte mehr Wein als Bier um. "Es ist Musik von Frauen mit Frauen"
betonte Band-Leader und Komponistin Christina, "nicht aber nur für
Frauen". Mit 130 Leuten und der erweiterten Bühne war der Laden voll
genug.
Nun war nicht alles "Big Band" an diesem Abend, wenngleich gerade diese
groovenden Stücke im zweiten Set ließen am meisten von der Vitalität
und dem Klangreichtum eines solch großen Ensembles erkennen. Auch
experimentelle Passagen, freie Satzformen und solistische Ausflüge
von fast jeder Musikerin mit viel "mood" präsentiert, gehörten
zum Repertoire. Ein gesungenes englisches Volkslied, bearbeitet van Hazel
Leach, die mit Christina das Ensemble leitet und die Stücke arrangiert
und komponiert, war der Höhepunkt des ersten Sets, der etwas verhalten,
stellenweise auch unsicher begann, und beschreibt die Bandbreite dieser,
in Europa einzigartigen Band.
Sie proben jetzt ein paar Tage in der Stadt und gehen dann ins Studio.
Die erste CD des "United Women's Orchestra" erscheint im April - von Frauen
und mit Frauen, aber nicht nur für Frauen.
.... in particular the swinging pieces of the second set displayed
the energy and richness of colour which are inherent to such a large ensemble.
But experimental passages, free forms and expressive solistic excursions
from practically every one of the musicians were also on the programme..
....vooral de swingende stukken van de tweede set lieten de energie
en rijkdom van zoín grote ensemble horen. Maar ook experimentele delen,
vrije vormen en solistische excursies van bijna elke speler zaten er ook
in de programma...
4) Frankfurter
Rundschau 10/96, Sinkkasten.
Ohrenschmaus.
Eine reichhaltige Mahlzeit mit Ver- und Hauptspeise hatte Anne Breick
vom Frauenmusikbüro versprochen. Deshalb wohl auch die Bistro-Tische
auf der TanzflUache im Sinkkasten, an denen die Gäste musikalische
Kost in Ruhe genießen konnten. Breick sollte recht behalten. Das
neunte in der Reihe "female concerts". die von dem Musikerinnen Verein
organisiert wird, bot Heiteres und Ernstes, Hektisches und Beruhigendes.
Auf der Tageskarte standen "Her Favourite Food" und das "United Women's
Orchestra" mit der Geschmacksrichtung "Jazz meets Funk". Als Entrée
servierten vier Musikerinnen an Saxophon, Keyboards, Schlagzeug und E-Baß
der mehr als 100 Gästen "ihr Lieblingsmahl": melancholische bis skurrile
Jazztöne sowie funkige bis rockige Rhythmen. Selbst schrille Jazzsoli
spielte Meike Goosmann auf dem Sopransaxophon mit einer Leichtigkeit, die
die anspruchsvolle Kost leicht verdaulich machte. Im Sinkasten stellte
die Band ihre neue CD mit dem Titel "Mahlzeit" vor.
Zum Hauptgang wurde es für das Quartett eng, weil es sich die
Bühne mit 14 Musikerinnen des "United Women's Orchestra" teilte. Die
Frauen aus den Niederlanden und aus Deutschland zeigten: Viele Köchinnen
verderben keinen musikalischen Brei. Außer präzisem Zusammenspiel
hatte die Band gleich mehrere Solistinnen zu bieten, die ihre hervorragende
musikalische Leistung mit einer guten Portion Witz servierten. Da hörten
sich Posaunensoli an wie Babygeschrei oder Entengeschnatter.
Experimentelle Passagen wechselten mit Big-Band Sounds, unterlegt von
jazzigem und funkigem Baßgroove sowie treibenden Percussion-Rhythmen:
Die Rezeptur mixten die beiden Leiterinnen Hazel Leach und Christina Fuchs.
Dank des Einfallsreichtums der Musikerinnen wurde das "female-concert"
selbst für Nicht-Jazzer zu einem Ohrenschmaus...
... Naast precieze samenspel heeft de band ook een reeks solisten
in de aanbieding, die een uitstekende uitvoering kunnen opdienen met een
goede dosis geestigheid.. Dank zij de inspiratie van de musici werd de
concert zelfs voor non-jazz liefhebbers een feest voor de oren...
.. Besides tight sectionwork the band has a range of solists on offer
who can deliver an outstanding performance with a fair dose of wit.....
thanks to the imagination of the musicians the concert was a joy to hear,
even for non-jazz fans.
5) Frankfurter Rundschau
11/96
.... Keine Frage, da weht ein frischer Wind durch die mitunter erstarrte
BigBand Landschaft.
.....ongetwijfeld, er waait een frisse wind door het versteend bigband-landschap....
... no question about it, a wind of change is blowing through the
becalmed big-band scene..
6) Hamburger Morgenpost
11/96 Ralf Dorschel
Kleine Unterschied: United Women's Orchestra spielt beim Jazz-Festival
Die Geschichte des United Women's Orchestra begann im Herbst 1993 mit
einem Inserat im "Frauen-Rundbrief": Die Kölnerin Christina Fuchs
träumte damals von einer rein weiblich besetzten Bigband und suchte
Gleichgesinnte.
Profis und Amateure kamen zusammen, ganz unsortiert, aber alles Frauen.
Darunter auch die Engländerin Hazel Leachs. "Sie stand da mit ihrem
Rucksack und sagte, sie wolle diese Band leiten", erinnert sich die Hamburger
Posaunistin Mauretta Heinzelmann an das chaotische Gründungswochenende.
Heute abend spielt das Orchester auf dem Fabrik-Jazz-Festival - im Anschluß
an die NDR-Bigband, an Rachel Z und Gateway.
Hazel Leach blieb damals. Und hat tatsächlich mit Christina Fuchs
die Leitung der Band übernommen. Die beiden Frauen meinten es ernst
mit ihren hochgesteckten Ansprüchen: Die Amateure verließen
das Orchester. Von einer fröhlichen Combo für unbeschwerte Tage
hielten beide nichts. Ihr Ideal war ein neuer Bigband-Sound: fein, mit
Charme und originellen Breitwand-Arrangements. Die Soli rangieren zwischen
frei und rokkig, je nach Thema. Und sind ein Fest für alle Ohren,
die sich an den Jazz-Klischees satt gehört haben.
Das UWO ist nicht die erste Frauen BigBand, aber die erste, die einen
so markanten Ton fand: nachzuhören auf der Debut-CD. Vergleichbar
mit den neuen Tönen Maria Schneiders. Noch eine Frau- da sei doch
die Frage erlaubt, ob das greifen ist: das Weibliche in der Musik. "Zu
hören ist es wohl nicht", vermutet die Hamburger Schlagzeugerin Annette
Kayser. Und Heinzelmann sekundiert: "Die Frage ist doch auch müllig,
was Christinas oder Hazels Stücke mit ihren Eierstöcken zu tun
haben. Wen interessiert, wie wichtig den Männern ihr Schwanz ist,
wenn sie ein Solo spielen?."
Noch ein letzter Anlauf zum gleichen Thema, diesmal hintenherum gefragt:
"United Women's Orchestra- klingt das nicht nach einer Botschaft für
die geneigten Massen?" - "Es hat natülich Signalcharakter, wenn die
Leute sehen, daß wir alle Weiber und zugleich gut sind", sagt Kayser.
Und Heinzelmann ergänzt: "Wir schaffen ein Forum für Frauen,
für Solistinnen wie für Komponistinnen. Aber unsere Musik ist
nicht programmatisch." Dafür umso überzeugender Michael Naura,
NDR-Jazz-Chef, Pianist und Musikkritiker, gehörte zu den ersten Fans
und gab sich in der "Zeit" ganz bescheiden: "Die Kompositionen von Fuchs
und Leach, die hätte ich gerne selbst geschrieben."
Warum finden eigentlich so wenig Frauen in den großen Bigbands?
Kayser: "Es ist doch das gleiche wie bei den Symphonieorchestern. Es heißt,
Frauen störten die Arbeitsatmosphäre." Dem UWO fehle die gewisse
Spannung, mosert kürzlich ein Journalist- wegen der exklusiv weiblichen
Besetzung. Da wundert sich Mauretta Heinzelmann aber: "In der NDR-Bigband
spielen doch auch nur Männer."
.... De UWO is niet de eerste vrouwen-bigband, maar wel de eerste
die zo'n eigen geluid heeft- vergelijkbaar met de nieuwe geluid van Maria
Schneider....
... The UWO is not the first all-women's bigband, but it is the first
to find a distinctive sound..comparable to the new sound of Maria Schneider...
7) Hamburger Abendblatt
6/97
Hammoniale Finale: Das United Women's Orchestra auf Kampnagel.
Vor fast ausverkauftem Haus trat das United Women's Orchestra im Rahmen
des am Wochenende beëndeten "Hammoniale" Festival auf Kampnagel auf.
Insgesamt kamen bei einer durchschnittlichen Auslastung von 85 Prozent
(höher als bei der letzten "Hammoniale" 1995) rund 25.000 Besucher
zum 7. Hamburger "Festival der Frauen", das im Bereich der internationalen
Tanzthetaerproduktionen größten teils deutsche Erstaufführungen
präsentierte und einen Programm-Schwerpunkt auf die Arbeit von Kunstlerinnen
aus außereuropäischen Kulturen gesetzt hätte.
Die 15-köpfige Bigband mit Musikerinnen aus Deutschland und Großbritannien
spielte ein zwar ausgiebiges aber nicht durchgängig spannendes Mainstream-Programm.
Mit leisen Tönen und ruhigen Tempi begann das Konzert der sichtlich
nervösen Musikerinnen. Die Arrangements, die - ebenso wie die Kompositionen-
aus der Feder der abwechselnd dirigierenden Hazel Leach und Christina Fuchs
stammten, waren über wiete Strecken reizvoll in der Stimmung, wenn
auch oft zu getragen und brav. Das galt auch für die Soli der Bläserinnen.
Erst nach dem Saxophonsolo von Corinna Danzer gegn Ende des ersten
Sets brach sich eine temperamentvolle Interpretation der Stücks Bahn.
Hier entstand erstmals ein vielschichtiges musikalisches Profil, das das
zukünftige Potential der Band erahnen läßt. Teile
des Orchesters (vor allem die Rhythmus-gruppe) benötigen aber noch
einiges an Erfahrung, um zu tragenden, treibenden Kräften zu worden.
Das zweite Set schloß zwar an die ungezwungene Atmosphäre
an, war aber schlicht zu lang um einen Spannungsbogen herzustellen. Eine
stringentere Dramaturgie könnte die Stärken dieser Band sicherlich
besser in den Vordergrund stellen. Dem überwiegendd weiblichen Publikum
gefiel's dennoch so gut, daß nach über zweistuündigem Programm
noch Zugaben erklatscht wurden.
8) Flensburger Nachrichten
8/97
Jazz an der Bahnsteigkante
"Es ist das erste Mal, daß wir unsere Set-Liste nach einem Fahrplan
zusammenstellen- eine spannende Sache", sagte Band-Leaderin Christina Fuchs
zu beginn eines Konzertereignisses der speziellen Art. Auf dem ausrangierten
Husumer "Museums-Bahnsteig" spielte "The United Women's Orchestra" zwei
Stunden lang Eigenkompositionen. Das Kulturzentrum Speicher hatte die Musikveranstaltung
in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG auf die Beine gestellt.
Die Reisenden auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig staunten nicht
slecht als die 18 Jazzerinnen loslegten: Origineller Bigband-Sound - mal
fetzig, mal ruhig- hallte über die Gleisanlagen. Christina Fuchs und
Hazel Leach wechselten sich mit der Leitung des Ensembles ab. Vor allem
die zum Teil funkigen Stücke der Niederländerin Hazel Leach hoben
sich von den gängigen Bigband-Schemata ab.
Bange Frage nach einer Dreiviertelstunde: "Schaffen wir die Ballade
noch bis der nächste Zug kommt?". Die Regionalbahn nach Hamburg-Altona
habe Verspätung, kam die Kunde aus dem Publikum. Kaum, daß der
letzte Ton verklungen war, meldete sich die gegenüberliegende Bahnsteig
über Lautsprecher zu Wort: "Vorsicht an Gleis 5." Reichlich Leben
für einen Bahnhof, den eine große Hamburger Boulevardzeitung
in einer Veranstaltungsankündigung noch stillgelegt hatte.
Um kurz nach zehn Uhr war es dann allem 'timing' zum Trotz doch soweit:
Erst ratterte ein Autoreiszug, dann ein Schlafwagenzug durch das Programm.
Die 18 Musikerinnen ließen sich jedoch nicht beirren- die Zugabe
ging dann ohne "Durchzug" über die Bühne.
9) Hns. Nachrichten 8/97
Reisende auf dem Husumer Bahnhof staunten nicht schlecht: während
sie an Gleis 5 auf die Regionalbahn nach Hamburg-Altona warteten, spielte
das "United Women's Orchestra" auf dem Museums-Bahnsteig gegenüber
kraft- und phantasievollen Bigband-Jazz.
10) Potsdamer
Neueste Nachrichten 9/97 Anne-Katrin Wienick
Musikalische Frauenpower: Abschlußkonzert der Frauenkulturtage
am vergangenen Sonnabend in der Reithalle B.
Frauenpower ganz eigener Art erlebten die Zuhörer, die zur Abschlußveranstaltung
der ersten Frauenkulturtage gekommen waren. Das ìUnited Womenís Orchestraî,
das am Samstag in der Reithalle B spielte, wies gleich drei Besonderheiten
auf: seine Mitglieder kommen aus der ganzen Bundesrepublik, sind ausschließlich
weiblich und spielen nur eigene Stücke.
"Zusammengefunden haben wir vor vier Jahren auf etwas kuriose Art und
Weise, per Kleinanzeige in einer Frauenmusikzeitung", erzählt Christine
Hörmann. Sie ist von Anfang an bei der Big Band dabei. Die aus Köln,
Berlin, Hamburg und anderen deutschen Städten stammenden Frauen sind
zwischen 20 und 40 Jahre alt. Alle beschäftigen sich professionell
mit Musik, geben Unterrichtsstunden und spielen zumeist auch noch in anderen
Bands mit. Dabei ist es oft nicht einfach, einen gemeinsamen Probentermin
zu finden.
Daß ihnen dies offenbar dennoch gelingt und bei den Wochenendeproben
in Bielefeld hart gearbeitet wird, bewiesen die 16 Bandmitglieder mit ihrem
Konzert. Sie unterhielten die Zuhörer mit jazzig-beschwingten Stücken,
die allesamt von den beiden Bandleadern Hazel Leach und Christina Fuchs
geschrieben wurden.
Die Frauen trugen ihre Musik mit soviel Begeisterung und Spaß
vor, daß sich die wegen der frühherbstlichen Abendtemperaturen
etwas frostige Atmosphäre in der Reithalle bald verlor. Angesteckt
vom Enthusiasmus der Musikerinnen wippten viele in den Zuschauerreihen
mit Kopf oder Fuß im Takte der Musik.
Mit besonders viel Applaus wurden die glänzenden Solodarbietungen
von Regina Pastuszyck bedacht. Ihre auf der Kontrabaßklarinette dargebotenen
improvisationen provozierten gar schüchterne Lacher ob der ungewöhnlichen
Töne, die sie dem Instrument zu entlocken vermochte.
Nach dem gut eineinhalbstündigen außerst zahlreich besuchten
Konzert ließen sich die Frauen noch zu einer Zugabe herbeiklatschen.
Mit dem als Draufgabe dargebrachten "Tanzstück" leitete man gekonnt
zur sich anschließenden Party über. Dort feierten und tanzten
die Gäste wie auch die Musikerinnen bis tief in die Nacht hinein.