UWO Archives: Concert Reviews 1998-2001

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1) Jazzpodium September 1998
....um so überraschender das United Women's Orchestra unter der Leitung von Christina Fuchs und Hazel Leach eine Bigband mit Originalität und Frische, die in den nur 45 Minuten Spielzeit, die ihr zugestanden war, das Publikum des Tollwood-Festivals überzeugte....

.... nog verrassender was de United Women's Orchestra onder leiding van Christina Fuchs en Hazel Leach; een bigband met originaliteit en frisheid, die het publiek van de Tollwood-festival konden overtuigen in de luttele 45 minuten speeltijd die hen toegestaan was...

... even more surprising was the United Women's Orchestra led by Christina Fuchs and Hazel Leach: a fresh and original big band who won over the Tollwood Festival audience in the 45 minutes of playing time which they were allowed..



2) Michael Naura NDR 1998
..Die Musik des United Women's Orchestra ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Identität des europäischen Jazz..

... De muziek van de United Women's Orchestra vormt een belangrijke contributie aan het versterken van de identiteit van Europese jazz...

...The music of the United Women's Orchestra is an important contribution to the strengthening of the the identity of European jazz...



3) NRZ Christoph Giese 1/99 (J.O.E.Essen)
.. Wie fesselnd war dagegen die Musik der gut 20 Damen des "United Women's Orchestra" mit ihren freien Improvisationen, die zudem hervorragend in ein ebenfalls nicht klischeehaftes Big-Band-Konzept eingegliedert wurden.
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4) Leverkusener Jazztage: Eintauchen in sanftes Klang-Pastell
Kölner Stadt-Anzeiger, Okt 99. Sebastian Müller-Rosenbach.

Alle Plätze waren restlos besetzt, als das "United Women's Orchestra" am Freitagabend in der Schlebuscher Sensenfabrik die Bühne betrat. Was die Zuschauer erwartete, war komplex durchkomponierter und äußerst vielfältiger Jazz.
Christina Fuchs, Köln, und Hazel Leach, Arnheim, dirigieren die Formation und leiten damit die einzige rein weiblich besetzte Big Band Europas, die seit ihrer Gründung 1994 besteht. Cirka viermal pro Jahr treffen seitdem die Musikerinnen zu Probenwochenenden zusammen, um die von den Dirigentinnen komponierten Stücke einzustudieren. "Damit das in so kurzer Zeit hinhaut, muss die Musik schon ziemlich fixiert sein", erzählt Christina Fuchs, "schließlich verändert sich auch die Besetzung ständig".
So gestaltete sich dann auch das Konzert anders als vielleicht von einigen erwartet: Andächtig und still lauschte das Publikum den vielfältigen Klängen, tauchte in eine ganz neue Klangwelt ein: Einer Mixtur aus traditionellem Big-Band-Stil, Modern Jazz, experimenteller Musik und freien Satz- und Improvisationsformen galt es nämlich zu lauschen.So fühlte man sich hier und da an Bekanntes erinnert - es klang nur irgenwie dann doch wieder anders.
Zwei CDs sind bereits erschienen, wie bei den Beatles eine "rote" und eine "blaue", die mit durchweg positive Kritiken gelobt werden.
Die soli boten den Damen die Gelegenheit zu individuellen Freiheiten, doch nie hatte man das Gefühl, klischeehaften Jazz zu erleben. Im Gegenteil: Die unzähligen musikalischen Einfälle passten immer in ein homegenes, abgerundetes Klangbild.
Als Inspiration dienen Christina Fuchs und Hazel Leach die verschiedensten Dinge und Gegebenheiten des Alltags, so werden Farben beschrieben oder der entscheidende Tie-Break im Finale von Wimbledon. Sanfte Pastelltöne, lautmalerische Passagen, romantische Klänge, hier und da ein bisschen Groove und Swing. Das ließ die Zuhörer ins Träumen geraten.
"Meine Stücke sind eher europäisch inspiriert, bei Hazel kommt, wie ich finde, auch ihre englische Herkunft heraus", charakterisiert die Kölner Dirigentin die Musik.Nach mehr als zwei Stunden war der letzte Ton verklungen, die Zuhörer waren glücklich ein so interessantes Konzert erlebt zu haben.Wer es verpasst hat, sich von dem "United Women's Orchestra" verzaubern zu lassen, hat dazu noch Gelegenheit, wenn die Damen anfang November in der Düsseldorfer Tonhalle und in der "Klangbrücke" in Aachen spielen.

Every seat in the house was taken when "The United Women's Orchestra" came on stage on Friday evening. What the audience heard was complex, thru'composed and extremely diverse jazz.. Attentive and quiet, they listened to the varied colours and entered a completely new world of sound: a mixture of traditional bigband style, modern jazz, experimental music and freeform improvisation.. The solos gave the players the benefit of individual freedom, but one never had the feeling of experiencing cliché-ridden jazz. On the contrary: the countless musical ideas were fitted into a homogenous, rounded sound.. Soft pastels, sound pictures, romantic colours, here and there a bit of groove and swing. The audience were captured in a dream.. The final note sounded after more than two hours and they were happy to have experienced such an absorbing concert..

Elke stoel was bezet toen "The United Women's Orchestra"  vrijdagavond op het podium verscheen. Wat de toehoorders te horen kregen was complexe, doorgecomponeerde en zeer gevarieerde jazz... Stil en aandachtig, luisterde het publiek naar de diverse klanken en dook een totaal nieuwe wereld in: een mengsel van traditionele bigband-stijl, moderne jazz, experimentele muziek en vrije improvisatievormen... De solo's gaven de speelsters de gelegenheid om zich vrij te uiten, maar men had nooit de gevoel dat het clichée jazz werd. Integendeel: de ontelbare muzikale ideeën paste steeds in een homogeen, afgerond klankbeeld.. Zachte pastellen, toonschilderijen, romantische klanken, hier en daar wat groove en swing.. De toehoorders raakten in een droom.. Na dik twee uren klonk de laatste toon en ze waren gelukkig dat ze zo'n interessant concert hadden meegemaakt..

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5) "United Women's Orchestra" in Lagerhalle.
Osnabrück N.O.Z, 15 Nov 99.  Tom Bullmann.

Eine rare Sache, dieses Konzert: eine Big Band spielt in der Lagerhalle, deren Mitglieder aus ganz Deutschland und den Niederlanden stammen. Das Ensemble hat ausschließlich Eigenkompositionen im Repertoire, die dem Modern Jazz zugeordnet werden müssen. Und wenn die Großformation nicht heißen würde, wie sie heißt, müsste auch noch erwännt werden, dass sie einzig und allein aus Frauen besteht: Das United Women's Orchestra.
Zwei Dirgentinnen und knapp zwanzig Musikerinne beweisen, dass eine geschlechtsspezifische Rollenzuteilung überflüssig ist: Frauen an Flöten und Geigen, Männern die Trompeten und Posaunen- ein Anachronismus.
Schnell bemerkt der Zuschauer, dass er es hier mit einem außergewöhnlichen Ensemble und glänzenden Solistinnen zu tun. Hier ein unsauberer Einsatz, dort ein leichter Patzer, das Schlagzeug mal zu dominant - was soll's. Das Spiel der Frauen ist von Improvisation und Spielfreude geprägt und verweilt nicht in starren Strukturen. Und wer das grandiose Trompetensolo von Susanne Riemer gleich im ersten Stück genießt, gehört zu den Begeisterten im Zuschauerraum, die nicht mit Zwischenapplaus sparen.
Ob geheimnisvoll-exotisch, ob funky, minimalistisch, expressiv, kammermusikalisch oder swingend, diese Frauen verstehen ihr Handwerk, gehen dabei sehr gefühlsorientiert vor. Und wenn Christina Fuchs, die sich mit Hazel Leach aus den Niederlanden die Leitung des Ensembles teilt, Erinnerungen an ihre ersten musikalischen Erfahrungen in der Dorfkapelle umsetzt, wird es auch schon mal herrlich schräg. "Ich war meistens umgeben von stocktrunkenen Falschspielern", erinnert sie sich in der Ankündigung zur Komposition "Serenade For Leonie".
Derweil präsentiert Hazel ihren Song "Self-Portrait", zudem Gastsängerin Sam Leigh-Brown auf die Bühne tritt. Die ausgezeichnete Vokalistin ist Osnabrückern bereits aus einem anderen Genre bekannt: zwei Mal trat sie hier mit der exzeptionellen Fusion-Formation N.O.H.A. auf, die zuletzt beim Jubiläums-Open-Air der Uni im Schlossgarten gefeiert wurde. In de Lagerhalle beweist sie, dass ihre Stimme für expressive Lautmalerei ebenso taugt, wie für traumhafte Melodien zwischen Folk und Free.
Mit einer flockig-entspannten Nummer, von Hazel als ihre liebste "Sonntagsmusik" angekündigt, schickt das United Woman's Orchestra das zahlenmäßig viel zu kleine Publikum nach Hause.

... The audience was soon aware that this was an extraordinary ensemble with glittering soloists. The performance was characterized by improvisation and the joy of playing, never dwelling on rigid structures. And whoever heard Susanne Riemer's great trumpetsolo in the very first piece joined the enthusiasts in the audience, applauding generously.
Whether mysteriously exotic or funky, minimalist, expressive, chambermusic-like or swinging, these women have mastered their craft without losing emotional direction..

.. Het publiek merkte snel dat ze met een uitzonderlijk ensemble en schitterende solisten te doen hadden. Het spel van deze vrouwen wordt gekarakteriseerd door improvisatie en vreugde, en blijft nergens in starre strukturen hangen. En wie van het grootse trompetsolo van Susanne Riemer in het eerste stuk genoot, hoorde bij de enthusiaste fans in de zaal die veelvuldig tussen-applaus gaven.
Of het nu geheimzinnig-exotisch is, of funky, minimalistisch, expressief, kamermuziek-achtig of swingend, deze vrouwen verstaan hun vak en gaan er gevoelig mee om..



6)  Jazz Podium, 12/99 Hans-Jürgen von Osterhausen
2. Bonner Jazzweekend.
..Der zweite Abend brachte mit dem United Women's Orchestra und Charly Antolini ein extrem unterschiedliches Programm. Christina Fuchs aus Köln und die Arnheimerin Hazel Leach präsentierten ihr Ensemble, auf der nach Christina Fuchs kleinsten Big-Band-Bühne der Welt, mit den gewohnten außerordentlichen Arrangements, sorgfältig strukturierten Klanggebilden, die trotz großer musikalischer Ausdrucksfähigkeit auf das übliche Big-Band-Powerplay verzichteten. Als solistinnen bestachen vor allem die Saxophonistinnen Meike Goosmann und Regina Pastuszyk oder die Sängerin Sam Leigh-Brown. Die reguläre Altsaxophonistin Corinna Danzer war qualifiziert vertreten durch Angelika Niescier, großes Talent und Wahlkölnerin, die sich durch ihr hochtechnisches wie ausdrucksvolles Spiel in vielen Projekten in der Region bereits einen Namen gemacht hat.
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7) Das UWO im Bunker Ulmenwall, Rainer Schmidt 1/00
Eine vielstimmige Affäre
Bielefeld. Ein besonderes Wechselspiel erleben Besucher und Besucherinnen eines Konzerts des "United Women's Orchestra". Es gibt nicht nur zwei Leiterinnen, die sich am Pult und als Komponistin nach jedem Stück abwechseln, auch die Instrumentalistinnen greifen teils auf mehr als ein Instrument zu, um eine beeindruckende Vielfalt an Klangfarben zu produzieren.
Am zeitgegössischen Jazz orientiert, doch über die tonalen Möglichkeiten der Saxophon-, Posaunen- und Trompetensätze einer traditionellen Big Band hinausweisend, entstehen Tönungen, die mal an das Orchester von Gil Evans erinnern, mal auch einem Ensemble moderner klassischer Musik gut anstehen könnten.
Die Band ist gut bestückt mit tiefen Bläserstimmen, wie Bassklarinetten, Baritonsax, Tuba, dazu Flöten, Felle und Becken, mit Paukenschlägeln zum Klingen gebracht, erzeugen mit den anderen Instrumenten einen tiefgründigen Klangozean, über dem die Trompetensektion mit Dämpfern eine quasi vierstimmige Leadtrompete spielt.
Eine Klangfacette unter vielen, die in den aufwendigen Kompositionen von Christina Fuchs und Hazel Leach auftauchen. An mehrsätzige Werke erinnert die Struktur der Stücke, zwar melodisch prägnant, doch zunächst wirken sie etwas spröde. Die häufigen Klangfarben- und Metrenwechsel markieren Sollbruchstellen, hemmen den Fluss. Doch im Verlauf des ersten Sets macht sich mehr und mehr ein Stilmittel bemerkbar, das den Zusammenhang ausgezeichnet herstellt: Die Musikerinnen bekommen viel Zeit, um in ihren Soli über variierender Begleitung ganze Geschichten zu erzählen.
"Survivor's Suite" aus der Feder von Christina Fuchs beginnt mit einem suchenden, dann immer nervöseren, schließlich phobisch-bedrängt schreienden Sopransaxophon-Solo von Meike Goosman. das Orchester schaukelt sich zu krimiverdächtiger Intensität auf und setzt dann ganz aus. Es folgt ein Posaunensolo von Annemarie Roelofs. Die Frankfurter Musikerin, die sich sonst gern anstrengenden Freejazz-Experimenten zuwendet, spielt melodisch stimmig in einem weiten Klang- und Tonhohenspektrum, sorgt dann mit ihrer faszinierenden mehrstimmigen Artikulation sogar für Heiterkeit im Publikum. Auch ein weiteres Orchestercrescendo vermag es kaum, sie zu bremsen.
An Prominenz im Orchester wäre noch Ulla Oster am Bass zu nennen sowie Regina Pastuszyk mit ihren hinreißenden Klarinettensoli und grollenden Riffs auf der Kontrabassklarinette. Doch auch die solistischen Leitungen der semiprofessionellen Mitspielerinnen in der aus Workshop-projekten hervorgegangenen Band können sich hören lassen. Was uneingeschränkt auch fuur das Zusammenspiel der Band glit- besonders bemerkenswert, daß die Band nicht kontinuierlich, sondern nur in übers Jahr verteilte Wochenend-Intensivphasen probt.
Das Konzert war die gelungene Premiere des neu eingerichteten Bunker ěBandstandî vor größerem Publikum. Jetzt erst erschließ sich der Sinn des belächelten Bretterparketts links von der Bühne.


8) Kötztinger Zeitung 10/7/00 (good review, pity he's got his facts wrong.. next time we'll provide a line-up list! HL)
Unverwechselbare, weil einzigartige Musik

Damenkapellen, die als besondere Attraktion Bier- oder Weinselige in irgendwelchen Festzeiten unterhalten, gibt es schon hin und wieder einmal. Absolut einzigartig ist dagegen die Full-Size-Big Band, die am Freitag Abend ein neugieriges (Fach-) Publikum in der Jahn-Halle in Kötzting mit konsequent zeitgenössischem Jazz überraschte.
Das "United Women's Orchestra" hat sich seit seinen Anfängen 1994 zu einer der wenigen europäischen Big Band Formationen entwickelt, die inhaltlich konsequent den modernen, zum Teil atonalen Jazz verfolgt und dabei als einziges rein weiblich einschlägig besetztes Orchester Europas über ein Repertoire an originärer Musik verfügt. Unter der Leitung von Christina Fuchs (Köln) und Hazel Leach (Arnheim, NL) präsentiert diese Band ausschließlich Eigenkompositionen der beiden Dirigentinnen. Das repertoire umfasst Modern Jazz, der sich von klangexperimenteller Musik, freien Satz- und Improvisationsformen, aber auch von Volksmusik und traditioneller Big Band
Stilistiek inspirieren lässt. Die Kompositionen bedienen sich auf ganz eigene Weise des Klangreichtums dieses Ensembles. Die unverwechselbare Musik des United Women's Orchestra besticht durch fantasievollen Umgang mit Rhythmen, hinreissende solistische Ausflüge und große erzählerische Ausdruckskraft.
Schon die Einsteigsnummer "Siringo Road", geschrieben und dirigiert von Hazel Leach, machte überdeutlich, dass man bei dieser Formation nicht mit Standards, schon gar nicht mit Mainstream rechnen konnte. Sehr persönlich und innovativ im Stil von Komposition und Ausfuhrung begonnen die 18 Musikerinnen erst spät im Lauf des Stückes so etwas wie "walking-drive" zu präsentieren. Taktbrüche und bis zur Obergrenze der Verständlichkeit ausgereizte Synkopisierung fordern dem Liebhaber des Big Band-Jazz einiges am Toleranz und Einfühlungsvermögen ab, bevor dann (öfters) Latin-grooves das Mitjumpen ermöglichen.
Weder bei den Kompositionen Leachs noch bei denen ihrer Co-Dirigentin Christina Fuchs lässt sich eine eindeutige stilistische Einordnung der Arrangements fixieren. Jazz-Rock mit großer Instrumentierung träfe wohl noch am ehesten den Kern. Das hierorts bevorzugte "swingende feeling" war jedenfalls nur zu konstatieren, wenn das Klavier Caroline Ilgner's in solo die Akzente setzte oder bei der abschließenden Zugabe- "Holy Jeez" einem Spiritual nachemfundenen Jazz Walzer.Der oft unbequemen Metrik des rhythmischen Aufbaus setzte vor allem Miss Leach eine fascinierende Vielfalt im Tutti-Satz entgegen. Ihren Stücken war es weitgehend vorbehalten, das gesamte Orchetster mit wirklich begeisternden Gesamtklängen zu präsentieren, während die Kompositionen von Christina Fuchs eher vom Register- und vom Einzelspiel leben. Tolle Soli bieten allerdings beide unterschiedliche Richtungen.
Apropos Soli: im Verlauf des gut zweieinhalbstündigen Konzertes konnte jede der Musikerinnen mit tollen Einlagen brillieren. Insbesondere Meike Goosmann oder Regina Pastuszyck führten vor, dass der phantasievolle Einsatz aller möglichen Holzblasinstrumente von der Querflöte bis zur Bassklarinette, vom Sopran bis zum Baritonsax das Klangspectrum nur erweitern kann. Den Vogel schoss Christine Hörmann ab: Sie zeigte mit einer Demonstration der zunächst im Jazzbereich äußerst seltenen Kontraklarinette, was mit entsprechender Courage an differenzierten Farben oder auch nur originellen Geräuschen möglich ist. In der "Serenade for Leonie" entlockte sie ihrem Gerät Tonäußerungen zwischen Didgeridoo und Froschteich, zwischen kratzender Schiefertafel und Insektengebrumm unwirkliche, unerklärliche Klänge, originell und faszinierend. Aber auch Annemarie Roelofs, die mit Obertontechnik ihrer Posaune
mehrere Stimmen gleichzeitig entlockte, war temperamentvoll und beeindruckend.
Am meisten jedoch fascinierte das Publikum dass bei aller Komplexität der Nummern und der damit ständig geforderten
Höchstkonzentration die sicht- und hörbare Freude am Spielen und eine allumfassende gute Laune vorherrschten.
Unter anderem dies ließ die Zuhörer auch akzeptieren, dass das Gebotene oftmals weit von den eingefahrenen, liebgewordenen Hörgewohnheiten abwich. Die gemeinsame Freude am "Planet Jazz" vereint eben und verhilft auch zu Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber - insgesamt ein sehr bemerkenswerter Beitrag im Veranstaltungswochenende "Weibstücke".

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9) Ruhr Nachrichten 3/01. Bottrop
Frauen-Band und Boris Becker
Das "United Women's Orchestra" gastierte im Evangelischen Gemeindehaus.
Nicht politische Debatten, sondern das Feiern stand für die Bottroper Frauen im Mittelpunkt des 90. Internationalen Frauentag.
"Nach einem Jahr intensiver Arbeit feiern wir die großen ind kleinen Erfolge", begrüßte Gleichstellungsbeauftragte Rosemarie Werther am Freitag die rund 200 Gäste im Evangelischen Gemeindehaus. Die Gleichstellungsstelle und die Arbeitsgemeinschaft Bottroper Frauenorganisationen präsentierten die einzige rein weibliche Big Band Europas, das United Womenís Orchestra.
Die 18 Jazz-Musikerinnen luden das Publikum zu Beginn auf eine musikalische Reise nach New York ein, erzählten von einer bitteren Liebesgeschichte oder von den Erinnerungen an die Kindheit. Doch Christina Fuchs und Hazel Leach, Leiterinnen der international besetzten Big Band, ließen sich nicht nur von Liebe, Natur und Alltagserfahrungen inspirieren, sondern auch vom Tennis. Tie-Break: Andre Agassi auf der einen, Boris Becker auf der anderen Seite- eine geeignete Situation für die Dramaturgie eines mitreißenden Songs.
Nicht alle Frauen waren von den Rhythmen begeistert. Einige machten sich bereits in der Pause auf den Heimweg. Doch die Jazz-Fans ließen sich von dem Klangreichtum des Ensembles mitreißen. Gespannt lauschten sie den solistischen Ausflügen und bedankten sich mit lautstarkem Applaus.


10) 3/01 Bottrop: Der WAZ
Modern Jazz- wild und weiblich.
Big Band "United Women's Orchestra" im Ev. Gemeindehaus.

Mit etwas Verspätung, aber dafür umso hinreißender gestalteten die 20 Musikerinnen des "United Women's Orchestra" am Freitagabend Ihren rund zweistündigen Auftritt im Evangelischen Gemeindehaus.
Die einzig rein weiblich besetzte Big Band Europas gastierte auf Einladung der Gleichstellungsstelle und der Arbeitgemeinschaft Bottroper Frauenorganisationen. Anlass war der Internationale Frauentag 2001.
Hätte im letzten Jahr Sängerin Ina Deter de Saal zum Kochen gebracht, so begeisterten diesmal die Jazz-Musikerinnen um Hazel Leach und Christina Fuchs. Weit über 200- in der Mehrzahl weibliche- Besucherinnen und Besuchr ließen sich vom unverwechselbaren und selbst komponierten Repertoire mitreißen. Spontanen und lang anhaltenden Zwischenapplaus gabís dabei reichlich: Die wilden, freien Improvisationen der Meisterinnen des Modern Jazz waren der Grund. Gegen halb elf Uhr hatte der Spaß schließlich sein Ende und die Musikerinnen verließen nach einer Zugabe die Bühne.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Dr.Rosemarie Werther, nutzte den Konzertabend denn auch, eine Bilanz des letzten Jahres zu ziehen. Im Kampf um die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen sei man einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Das neue Gleichstellungsgesetz, seit letztem Jahr in Kraft, zeige bezüglisch des Frauenförderplans schon positive Auswirkungen. "Ohne Gesetze geht es eben nicht", so Rosemarie Werther. Zudem freue man sich in Bottrop auch über einen besonderen, politischen Erfolg. Die Ernennung der ersten Bürgermeisterin: Cornelia Ruhkemper.

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11) 3/01 Offenbach Post (Josch)
Klug und kühn arrangierter Jazz Genuss: 20 Damen begeisterten in Büsingpalais.

Der Musikmesse und dem Engagement des seit zehn Jahren bestehenden Offenbacher "Jazz e.V" sei Dank: Im Büsingpalais war am Messesamstag mit dem "United Women's Orchestra" ein Klangkörper der Extraklasse zu hören. Sanfte Klang-Pastelle liegen den 20 Damen ebenso wie der Umgang mit dem Kanon der jüngeren Jazzgeschichte. Von zartem Cool Jazz über verwegene Bebop-Phrasen bis hin zu vertracklem Freejazz: Sie beherrschen die Mixtur aus traditionellem Big-Band-Stil, Modern Jazz, experimenteller Musik und freien Satz- und Improvisationsformen.
Und wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass guter Jazz vom Arrangement lebt, hier war er. Wenn Christina Fuchs, die sich mit Hazel Leach aus den Niederlanden die Leitung des Ensembles teilt, ihre klugen, stets transparenten Bläsersätze mit kühnen harmonischen Bögen vorstellt, fühlt man sich nicht selten an den Sound von Gil Evans erinnert, der mit Miles Davis in den sechziger Jahren wunderbare Alben einspielte.
Die traumverlorene Stimmung der "Sketches of Spain"-Phase beherrschte das gut besuchte Büsingpalais, immer wieder abgelöst von Klangbildern, wie man sie von Count Basie oder Duke Ellington kennt. Für die Kompositionen zeichnen ausnahmslos die beiden Damen, die auch vortrefflich Saxofon spielen, verantwortlich.
Dazu gab es ein Wiedersehen mit zwei guten Bekannten. Annemarie Roelofs, die aus der Frankfurter Szene, egal ob Theatermusik oder Kabarett, nicht wegzudenken ist, und die junge Corinna Danzer, Hoffnungsträgerin am Altsaxofon. Zur Besetzung gehört auch eine bemerkenswerte Sängerin, die leider zu selten zum Mikrofon griff: Sam Leigh-Brown (it was Céline Rudolph. Hazel)
Es war ein Konzert wie aus einem Guss, das Fans guter Musik, ob dem Jazz zugeneigt oder nicht, begeisterte: Ob funky, minimalistisch, expressiv, kammermusikalisch oder swingend- diese Frauen verstehen ihr Handwerk. Und nicht nur sie. Denn anstelle der verhinderten Schlagzeugerin Caroline Bigge durfte ein Vertreter des männlichen Geschlechts den Takt angeben. Der fügte sich nahtlos in das große instrumentaltechnische Niveau des Orchesters ein. Diese Formation möchte man in Offenbach öfter erleben.

Knap en gewaagd gearrangeerde jazz genot: 20 dames inspireerden in het Büsingpalais
... Zachte klank-pastellen liggen de United Women's Orchestra even goed als de idiomen van de moderne jazz geschiedenis. Van tere Cool jazz over gewaagde bebop-frasering tot aan complexe Free jazz. Ze beheersen een mengsel van traditionele bigband-stijl, Moderne jazz, experimentele muziek en vrije vormen en improvisatie.
En alsof meer bewijs nodig zou zijn dat goede jazz van arrangementen leeft, was het hier ook geleverd. Wanneer Christina Fuchs, die samen met Hazel Leach uit Nederland de leiding deelt, hun knappe, steeds transparante blazerszettingen met gewaagde harmonische bogen lieten inzetten, werd man vaak aan de sound van Gil Evans herinnerd, die samen met Miles Davis in de 60er jaren zulke prachtige opnames maakte.
De dromerige sfeer van de "Sketches of Spain"-fase domineerde het Büsingpalais, steeds afgewisseld met klankbeelden bekend bij Count Basie of Duke Ellington. Alle composities kunnen aan de twee dames, die ook nog voortreffelijk saxofoon spelen, toegeschreven worden.
...Het was een concert uit één stuk, die de liefhebbers van goede muziek, ofwel jazzfans of niet, inspireerde: of het funky, minimalistisch, expressief, kamermuziek-achtig of swingend was, deze vrouwen beheersen hun vak. En niet alleen zij. In plaats van de verhinderde slagwerkster Caroline Bigge mochte een vertegenwoordiger van de mannelijke geslacht de maat aangeven. Die voegde zich naadloos bij op het hoog technisch niveau van het orkest. Deze band zou men vaker in Offenbach mogen beleven.

Bright and boldly arranged jazz pleasure: 20 ladies inspire the Büsingpalais
...The 20 ladies of The United Women's Orchestra are as comfortable with soft pastel sounds as with the idioms of modern jazz history. From delicate Cool jazz through audacious bebop phrasing to intricate Free jazz, theycommand a confection of traditional bigband styles, Modern jazz, experimental music and free form and improvisation.
Andas if further proof was necessary that good jazz thrives on arranging, it was given. When Christina Fuchs, who shares the leadership of the band with Hazel Leach from The Netherlands presented their imaginative, transparent hornwork with daring harmonic curves, one was often reminded of the sound of Gil Evans, who recorded such wonderful albums with Miles Davis in the 60's.
The dreamy atmosphere of the "Sketches of Spain"-phase dominated the well-attended Büsingpalais, interspersed with sounds reminiscent of Count Basie or Duke Ellington. Both ladies, who play excellent saxophone, also take exclusive credit for the compositions....
...It was a fully coordinated concert, inspiring all fans of good music, whether jazz fans or not. Whether funky, minimalist, expressive, chamber-music or swing- these women understand their craft. And not only they. To replace the absent drummer Carolina Bigge, a representative of the male gender was allowed to mark time. He adapted seamlessly to the high technical level of the orchestra. This band should be seen more often in Offenbach.


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