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...Eine etwas andere Big Band kann man erleben, und zwar nicht etwa weil es sich ausschließlich um Musikerinnen handelt. Zu diesem Thema hat Jiggs Whigham das einzig Richtige gesagt, wenn er feststellt, das dies nur deshalb bedeutsam ist, weil es so selten ist. Über eine Big Band nur aus Männern, im übrigen seit eh und je überall ständige Praxis, verliert ja auch niemand ein Wort. Nein, das Besondere an dieser Big Band ist, dass sie auf die üblichen Floskeln oder Schemata einer Big Band, Wechsel von "fetzigen" Ensembleklängen und soli verzichtet und stattdessen eine Klangwelt von musikalischen Geschichten, Ausflügen, Verwebungen, polyphonen Konstruktionen entwickelt, nicht ständig irgendetwas auf den sogenannten Punkt bringt, sondern Fantasie und Kreativität Raum gibt. Die Partien des Ensembles stehen dabei im Vordergrund, ohne die Soli zu unterdrücken. Die schon erwähnte außerordentliche Arrangement-Kunst der beiden Leiterinnen baut auf sehr persönlichen Kompositionen auf, philosophische Reflektionen, Erlebnisse, Bilder oder Vorlieben...Zu hören ist die Big Band derzeit an vielen Spielorten, zuletzt gastierte sie bei den Leverkusener Jazztagen, womit der Wunsch von Jiggs Whigham, dass sie eine größere Zahl von Hörern verdient, zumindest zurzeit bereits in Erfüllung ging...Hans-Jürgen von Osterhausen, Jazz Podium nov 99
Eigentlich ist die Diskussion, ob es eine typische weibliche oder männliche
Haltung zur Musik gibt, ob Frauen "Jazzbürger zweiter Klasse" sind,
schon längst überholt. Dafür gibt es immer wieder erfreuliche
Bestätigungen. Das United Women's Orchestra ist so eine: Die Big Band,
ein Projekt von niederländischen und deutschen Musikerinnen gibt es
schon seit 1994 und hat vor kurzem ihre zweite CD herausgebracht. Die Band
um die beiden Leiterinnen Christina Fuchs und Hazel Leach ist klar im europäischen
Jazz beheimatet. Die Kompositionen und Arrangementen sind zeitgemäß
und zeigen die Facetten des heutigen Jazz auf. Die aktuelle CD "The Blue
One", erschienen bei JazzHausMusik, besticht durch ihre Liebe zum Detail
und die besonderen Klangvorstellungen der beiden Leiterinnen. Sehr eng
gesetzte Bläser und rhythmische Verschiebungen erzeugen eine Stimmung,
die gerade bei großen Ensembles eher selten anzutreffen ist. Hazel
Leach, ausgestattet mit einem Lehrauftrag für Arrangement an der Musikhochschule
in Arnheim, hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Indem sie mehrere
Jahre kommerzielle Stücke schrieb, hat sie die großartige Fähigkeit
bekommen, Musik zu komponieren, die trotz aller Kompliziertheit, den Zuhörer
locker und elegant umgarnt. Sie nimmt ihn mit auf eine wunderbare Klangreise
und wird bei manchen sicherlich eine wohlige Gänsehaut erzeugen. Christina
Fuchs' Kompositionen sind eher anders gelagert und weisen auf eine streng
musikalische Ausrichtung hin. Die Arbeit mit dem musikalischen Material,
der Akt des Komponierens, Musik als Struktur in der ablaufenden Zeit wahrzunehmen,
ist ihre Absicht. Die Kompositionen sind manchmal freier gehalten und orientieren
sich am Begriff des "Instant Composing". Aber gerade diese Mischung aus
festen Strukturen und freier Entfaltung macht den Reiz aus, den das "United
Women's Orchestra" bestens ausfüllt. Dabei lassen die beiden Leiterinnen
den beteiligten Musikerinnen einen großen Freiraum, um sich solistisch
entfalten zu können.
Und dies tun ausgiebig und überzeugend. Die gesamte Produktion
entwickelt dadurch einen sehr eigenen Charme, der irgendwo zwischen Gil
Evans, Kenny Wheeler und europäischer Folklore liegt und durchaus
eigenständig wirkt. Ob es jetzt an der rein weiblichen Besetzung liegt
oder nicht ist eigentlich egal, aber diese gute, ehrliche und tiefe Musik
kann nur von "Jazzbürgern erster Klasse" gemacht werden...Peter
Brand,United Jazz Society nov 99
Sie tragen die Fackel der Clarke-Boland Big Band und der WDR Big Band weiter. Semantisch am einleuchtendsten, aber keineswegs beschränkt darauf im "Torch Song" der Saxophonistin Hazel Leach (reeds). Zusammen mit der Kölnerin Christine Fuchs (reeds) teilt sich die Hollanderin Leitung und Repertoire des zweiten Albums des UWO, das überwiegend längere, oft mehrteilige Stücke enthalt. Das zweite Album des wohl einzigen deutschen Jazzorchesters, das nur mit Musikerinnen besetzt ist, enthält mit dem romantischen "Lydisch Blau" eine Hommage an Yves Klein, Schöpfer des tiefsten und schönsten Blaus schlechthin, und andere Preziosen, über die Michael Naura voller neid tönt: ...die hätte ich gern selbst geschrieben". Man nimmt's ihm gern ab. Vermutlich hätte er das wundervoll kompakt und dynamisch differenziert aufspielende Orchester mit Solistinnen wie Janni Struzyk (tuba) und Annemarie Roelofs (tb) am liebsten gleich mit ubernommen...Michael Scheiner, Jazz-Zeitung (D) Okt 99
...Musikalisch konventionellere Wege beschreitet Fuchs mit der zusammen mit Hazel Leach geleiteten Big Band United Women's Orchestra. Doch trotz des vordergründig einfächeren Klangdesigns birgt die CD "The Blue One" einige musikalische Schätze, die sich erst nach mehrmaligem Hören erschließen: Ineinander verwobene polyphone Linien, oft gegen den Strich gebürstete harmonische Wendungen und tänzelnde rhythmische Gestaltungskrafte zelebriert das Frauen-Jazz-Orchester mit Hingabe und Perfektion, wodurch das Hören dieser CD zu einem einmäligen Erlebnis wird... JazzThing (D) Sep/Okt 99
...Das musikalische Können auf diesem Album ist durchgehend exzellent, mit unerschrockenen Solistinnen, vor allem Corinna Danzer am Altsaxofon und Regina Pastuszyk auf der Klarinette. Anders als einige Big Bands, die manchmal ziemlich chaotisch klingen, ist das UWO ein Herz und eine Seele, die noch jede Menge Individualität zulässt. Die Struktur der Stücke ist technisch ausgereift- voll von Dynamik und gut durchdachten Arrangementen. Die Begleittexte sind poetisch, was der kreativen Produktion zusätzlich eine besondere Note verleiht... Jeanette Lambert, JazzGrrls (www) Aug 99
...das UWO hat mit dieser CD einen Meilenstein gesetzt, was die Zukunft des modernen Jazz im allgemeinen und der Big Bands im besonderen angeht... Marion Möhle, Melodiva (D) juni 99
...Mit sieben eigenen Stücken beschreiten die Orchesterleiterinnen Hazel Leach und Christina Fuchs die musikalischen Wege, die zuvor Bob Moses und George Russell gegangen sind: reich arrangierte, etwas dunkle Bigband-Musik mit Gesang. "Serenade for Leonie", zum Beispiel, ist ProgrammMusik im besten Sinne. Mag die Basklarinette heutzutage auch ein modieuses Instrument sein, selten klang sie so funky wie in den Händen von Regina Pastuszyk. Vielleicht ist es der gröste Verdienst des Duos, dass sie es nicht bei schönen Arrangementen gelassen haben, sondern auch eine glückliche Hand bei der Auswahl der Spielerinnen bewiesen haben... Maarten de Haan, Jazz Nu (NL) Juni 99
...Sämtliche Stücke wurden von den Co-Leaderinnen Christina
Fuchs und Hazel Leach komponiert und arrangiert, in denen sich klar die
Einflüsse von renommierten Zeitgenossinnen wie Carla Bley und Maria
Schneider spiegeln... Leach´s Kompositionen sind ansprechend und
überzeugend. Ihre Songs verkörpern eine profunde Tiefe, wobei
Leach nie das grundlegend Lyrische noch das rhythmische Ganze aus dem Auge
verliert. Ich möchte ganz besonders ihr spannendes "Torchsong" und
das gut arrangierte "Siringo Road".
Fuchs, die eine bewundernswerte Komponistin in ihrem Sinne ist, neigt
eher zu dichter Tonlyrik("Serenade for Leonie, "Netsuke") die ungeteilte
Aufmerksamkeit beim Hören erfordert. Besonder positiv fällt auf,
dass die vielen guten Soli sich immer dem Gesamtsoundbild des Orchesters
unterordnen, was mir als wohlbeabsichtigt erscheint. Für das 19-köpfigen
UWO(und den vier Gastmusikerinnen)eine sanfte, anregende und erfolgreiche
maiden voyage... Jack Bouwers, All About Jazz (www) Juni 99
...Auch wenn vordergründig die Stücke zurückhaltend getragen sind und in ihren besten Momenten einen ambienthaften, soundtrack-artigen Character aufweisen, sind sie doch verspielt arrangierte und vielschichtig gestaltete Panoramen, die die Komponistinnen in einen homogenen Entwurf umzumünzen verstehen. Und es scheint tatsächlich so, als ob die Stücke unter einem Oberthema, nämlich jener blauen Stunde zwischen Tag und Nacht, auf der Titel verweist, stünden... Felix Klopotek, Stadtrevue Köln (D), Juni 99
Musik für die blaue Stunde, die Trompeten sind gestopft, der Besen
streicht über das Schlagzeugfell. Die Themen sind getragen und entwickeln
in ihren besten Momenten eine latente Spannung, die sich in eine laszive
Stimmung auflöst. Die Stücke klingen wie die Soundtrack zujener
merkwürdigen Situation, in der der Tag unweigerlich vorbei ist, aber
man für ekstatische Nächte im Club nicht in der Stimmung ist...
Bei aller Traditionsverbundenheit ist aber die eigene Handschrift unverkennlich.
Jazz bleibt zwar eine Männerdomäne. Nun das ist den Damen herzlich
egal... Kölner Woche (D) Mai 99
| Silke Eberhard. (Berlin)
Saxophon, Klarinette/Bassklarinette
*1972. Studierte an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin, wo sie lebt seit 1995. Bewegt sich im musikalischen Umfeld von modernem, zeitgenössischem Jazz und neuer Musik. Regelmäßige Zusammenarbeit mit Aki Takase, zur Zeit im Quartett "Tristano 317"; im Quartett "ElevatorMusic"; Duo mit Kay Lübke (dr), Trio GET (mit Michael Gross,p und Jacob Thein, dr)... Auftritte bei den Berliner Jazztagen 2000, Leipziger Jazztage, Jazzhausfestival Hamburg, Bluenites Festival Berlin, Festival Graz/A, Banff/Kanada, Knitting Factory NYC; spielte u.a. mit Terri Lyne Carrington, Uli Gumpert, Billy Bang, Chris Dahlgren, Hugh Fraser, Annie Whitehead, Manfred Hering... Aktuelle CD-Produktion "ElevatorMusic"/ ART-PURecords 06 mit Tobias Netta, Jan Roder und Björn Lücker. |
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| Sam Leigh-Brown (Düsseldorf) Vocal.
* 1969 Musikstudium in Arnhem. Seit 1989 Studio- und Backgroundsängerin in verschiedenen Formationen. Tourneen u.a. mit Lee Scratch Perry, Brass & Beat Machine, N.O.H.A. und der Tim Isfort BigBand. |
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| Christine
Duncan (Vancouver, Canada) Vocals
Christines Gesangskarriere began im Alter von 5 Jahren als sie mit ihrer sehr musikalischen Familie "The Duncan's", durch Nord Amerika zog um u.a. in Gospel Shows aufzutreten. Ihre ersten beiden Alben entstanden als sie 15 war. Seit 1992 arbeitet sie regelmäßig mit dem Jazz Pianisten Bob Murphy und ist seitdem Gast auf vielen Festivals. Außerdem sang sie die Sopranhauptrolle in der Neuen Musik Oper "The Gang". CD's: "I Have a Dream" mit Bob Murphy. |
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| Gisela Meßollen (Berlin).
*1964. Gebürtige Rheinländerin. Gisela studierte in Düsseldorf klassische Trompete bevor sie nach Berlin zog. Dort zieht sie ihr Kind groß, spielt mit der Salsa Band Orqueste Burundanga und verdient ihre Brötchen mit veschiedenen Tanz- und Musicalorchestern. |